Erläuterung wichtiger Begriffe aus dem bergmännischen Sprachgebrauch F - G

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Fahlerze Tetraedrit (Cu12Sb4S13 ) und Tennantit (Cu12As4S13 ), auch als "Kupfer-Fahlerze" bezeichnet, sind die verbreitetsten Vertreter der Fahlerze. Der deutsche Name ist auf den "fahlen" Glanz zurückzuführen. Typisch ist die tetraedrische Kristallform. 

Tetraedrit aus Siebenbürgen, Breite der Kristalle cirka 8 mm, Sammlung Boeck
 

Fahrt, Fahrung Der Bergmann läuft nicht, er "fährt". Er fährt "ein" zur Schicht und er fährt "aus" zum Feierabend. Besucher "befahren" ein Bergwerk. Die "Fahrt" bezeichnet außerdem eine Leiter. 
Fahrkunst Im Gegensatz zu Wasserkünsten oder Maschinenbauten zur Förderung waren "Fahrkünste" - nämlich zur Mannschafts-Beförderung - im historischen Erzbergbau Sachsens wenig verbreitet. Nur vglw. wenige Gruben bauten bereits in solch großer Tiefe ab, daß eine maschinelle Personenbeförderung erforderlich war, um nicht zuviel der Arbeitszeit mit dem Arbeitsweg zu vergeuden. In der Regel wurden dann dazu die ohnehin vorhandenen Antriebsgestänge der Wasserkünste genutzt. An diesen wurden Trittbretter in solchen Abständen angebracht, daß sie sich bei jedem Gestängehub genau gegenüberstanden. Dann konnte der Hauer bei jedem Hub auf das jeweils andere Trittbrett umsteigen, mit dem Gestänge bis zum nächsten Trittbrett hinunterfahren, wieder umsteigen und so fort, was natürlich viel Kraft sparte. 
Heute spricht man nicht mehr von "Fahrkunst", wenn man mit technischen Hilfsmitteln - und nicht per pedes - einfährt, sondern z.B. von Seilfahrt (mit dem Förderkorb im Schacht). 
Feldgestänge ein Kraft-Übertragungsmechanismus, um die Antriebsenergie eines Wasserrades vom Wasserlauf zum Bergwerk zu führen. Ein Feldgestänge besteht gewöhnlich aus zwei Balkenreihen, die an "Kunstkreuzen" beweglich aufgehängt sind und die Drehbewegung des Wasserrades als Hin- und- Herbewegung zum Bergwerk übertragen; dort wurden gewöhnlich Pumpen auf diese Weise angetrieben. Offene Feldgestänge wurden dann errichtet, wenn es aus topographischen Gründen nicht möglich war, Antriebswasser nach untertage zu leiten, oder wenn die Zeit bis zum Aushieb einer untertägigen Radkammer (s. d.) überbrückt werden mußte. 
 


 

Feuersetzen Eine schon sehr alte Methode, um den Vortrieb oder den Abbau in besonders hartem Gestein zu erleichtern. Dabei wird zum Schichtende am Samstag an der Ortsbrust (s.d.) Holz aufgestapelt und entzündet. Die Hitze des Brandes führt aufgrund der unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten der einzelnen, in den Gesteinen (s.d.) enthaltenen Minerale (s.d.) zum Aufreißen der Mikrofugen zwischen den Mineralkörnern und dadurch zur Auflockerung des Gesteinsverbandes, so daß die Hereingewinnung nach dem Abkühlen in der ersten Schicht am Montag erheblich leichter fiel. Das Feuersetzen war aber auch mit großen Gefahren verbunden, da bei unzureichender Bewetterung Schwelbrände entstehen können und sich hochgiftiges Kohlenmonoxid bildet. Das Feuersetzen hinterläßt charakteristische Abbauspuren, da das Gestein in rundlichen, zentimeterdicken "Schalen" abplatzt. 
Weitverbreitet ist die Annahme, daß man durch "Abschrecken" mit kaltem Wasser einen größeren Effekt erzielt hätte. Entsprechende Versuche hat es zweifelsohne gegeben. Da aber einerseits in einem Bergwerk ohnehin überall mehr oder weniger viel Grundwasser zusitzt, was denselben Effekt "von allein" bewirkt hätte, und da andererseits die meisten Gesteine außerordentlich schlechte Wärmeleiter sind (sonst würde nämlich die Geothermie nicht funktionieren) wirkt sich die Hitze eines zweitägigen Brandes nur wenige Zentimeter tief im Gestein aus. Das Abschrecken erhöht diese bescheidene Wirkung nicht.  
Firste die Oberkante des Hohlraums, seine "Decke", man denke auch an den Dachfirst
Firstenbau, Firstbau typisches Abbauverfahren ab dem 16. Jahrhundert: Hereingewinnung des Erzes von der Firste (siehe dort), Abbau "nach oben" (siehe auch Strossenbau)

Schema zur Erläuterung des Abbauverfahrens "Firstenbau"
 

Firstenstoßbau Weiterentwicklung des einfachen Firstenbaus, dabei wurde der Erzgang nicht unregelmäßig nach seiner Erzführung abgebaut, sondern "streifenweise" und systematisch von unten nach oben. Anfallendes taubes Material wurde sofort wieder als Versatzmaterial verwendet

Schema zur Erläuterung des Abbauverfahrens "Firstenstoßbau"

Grundsätzlich gleichartig wird beim Abbau von flach liegenden Flözen (Steinkohle) vorgegangen. In die Horizontale verkippt wird dieses Abbauverfahren dann als "Strebbau" bezeichnet.

Flacher, flacher Gang ein Erzgang mit einer Streichrichtung (siehe dort) von Nordnordwest nach Südsüdost
Flöz Allgemein bezeichnet der Begriff einen nur wenig geneigten Horizont nutzbarer Gesteine und ist besonders im Kohlenbergbau gebräuchlich. Im osterzgebirgischen Zinn- Bergbau (Zinnwald, Cinovec) kamen im Gegensatz zu den hydrothermalen und meist vglw. steil aufgerichteten Gängen (siehe "Gang") des mittleren und westlichen Erzgebirges auch annähernd flach liegende "Zinnflöze" vor. 
Flußspat Fluorit, CaF2 , ein Begleitmineral ("Gangart") in hydrothermalen Erzgängen, mitunter auch in eigenen Lagerstätten, wurde schon früh als Flußmittel in der Metallurgie verwendet (Verringerung der Viskosität der Schmelzen), typisch für die Halsbrücker "fluor- barytische Formation", dort zusammen mit Schwerspat, silberhaltigem Bleiglanz und anderen Mineralen.

gelber Flußspat aus Marienberg, Größe des Kristalls cirka 1,5 cm, Sammlung Boeck    zonar gefärbter Fluorit aus Annaberg, Breite des Kristalls cirka 2 cm, Sammlung Boeck
 

Froschlampe typische, sehr einfache Lichtquelle des Bergmanns im Mittelalter, eine mit Wachs oder Unschlitt (Rindertalg) gefüllte Schale mit Docht, ursprünglich aus einfacher Keramik und auf einen Holzspan gesteckt, später meist aus Messing und mit einem Tragbügel versehen. 

    Froschlampe
  

Füllort, das F. Eine Erweiterung des Grubenhohlraums am unteren Ende des Schachtes, bzw. auf höheren Sohlen am Schacht. Sie schuf bessere Bewegungsfreiheit für das Befüllen der Fördertonnen. Siehe auch "Haspelort". 
Fundgrube Das Bergwerk, in dem ein neuer, bis dahin unbekannter Erzgang als erstes entdeckt wurde. Der Finder bekam nach sächsischem Bergrecht das Abbaurecht auf diesem Erzgang vom Inhaber des Bergregals, also dem sächsischen Kurfürsten, verliehen (vgl. mittelalterliches Lehnswesen). Im Hochmittelalter (12. bis 14.Jahrhundert) war jedem Freien das Aufsuchen von Erzgängen freigestellt. In der Nachbarschaft einer Fundgrube entstanden daher schnell weitere Bergwerke, wie man es an der Dichte der Pingen auf dem Ullersberg, aber auch auf dem Treppenhauer oder am Erzberg bei Biensdorf  noch heute erkennen kann. 
Nach und nach wuchs aber auch die Erfahrung, daß ein solches Vorgehen nicht nur wenig wirtschaftlich, sondern auch gefährlich war, denn der Fels und der Erzgang wurde geradezu "durchlöchert" und drohte einzustürzen. Daher wurden mit der Annaberger Bergordnung Anfang des 16.Jahrhunderts Beschränkungen der Größe einzelner Grubenfelder festgelegt. Die Fundgrube bekam demnach ein Abbaufeld von 42 Lachter Länge entlang des entdeckten Erzgangs und von 7 Lachter Breite zugesprochen. Daran angrenzend verlieh der Kurfürst weitere Abbaufelder von je 28 Lachter Länge, die sogenannten Maße oder Maßgruben (siehe dort). Im Zinnbergbau gab es auch quadratische Abbaufelder ("Geviertfeld") von 28 Lachter im Quadrat.

Schema zur Erläuterung der Begriffe Fundgrube und Maßgrube
 

Gang, Erzgang Die meisten der sächsischen Erzlagerstätten stellen pneumatolytisch oder hydrothermal entstandene Ganglagerstätten dar. Als "Gang" bzw. "Erzgang" wird dabei eine später durch andere Minerale oder Ganggesteine wieder ausgefüllte Spalte im Gestein bezeichnet. Diese Risse und Spalten entstehen gewöhnlich durch tektonische Vorgänge, können sich sukzessive um bis zu mehrere Meter geöffnet haben und eine (horizontale) Länge von mehreren Kilometern, sowie eine Tiefe von bis zu zwei Kilometern erreichen. Andere waren auch nur wenige Zentimeter mächtig und erstreckten sich nur über weniger als einhundert Meter. Große tektonische Spalten sind oft nicht (nur) durch Erzminerale, sondern durch spezielle "Ganggesteine" (Dolerite der Lausitz, Porphyrgänge, Aplite und Pegmatite u.a.) ausgefüllt. 
Ob ein Erzgang abgebaut wurde, entschied sich einerseits anhand seiner "Erreichbarkeit" - also der Tiefenlage und der technischen Erfordernisse für den Abbau - sowie anhand seines Erzgehaltes. Auch geringmächtige Erzgänge konnten bei gleichmäßiger Erzführung durchaus Gewinn abwerfen. 
Gangart Die Mineralfüllung eines Erzgangs ist nur sehr selten ausschließlich aus einem oder nur wenigen Mineralen zusammengesetzt - fast immer kommen viele verschiedene Minerale zusammen vor. Die "Begleiter" der eigentlich interessierende Erzminerale werden auch als "Gangarten" bezeichnet und umfassen neben Quarz vorallem Karbonate, Halogenide und verschiedene Sulfate. Manche können selbst von wirtschaftlichem Interesse sein, wie z.B. der Flußspat. 
Gangformation Bereits U. Rülein und Agricola wußten, daß verschiedene Minerale immer gemeinsam, andere nie zusammen in einem Erzgang auftraten. Dies hat seine Ursache in den unterschiedlich temperaturabhängigen Lösungsgleichgewichten der einzelnen Verbindungen, der wissenschaftliche Begriff dafür ist die "Paragenese". Diese Gruppierung verschiedener Minerale wurde durch sogenannte "Formationen" beschrieben, wobei - u.a. der "Vater der Mineralogie" Abraham Gottlob Werner - ausgehend vom Typ der Freiberger Blei- Zink- Silber- Lagerstätte zunächst vier Haupttypen unterschied:
  • "Kiesig-blendige Formation" (kb) mit Quarz, Schwefelkies, Bleiglanz und Zinkblende, vorwiegend auf den stehenden Gängen des Zentralreviers
  • "Fluorbarytische Formation" (fba) mit Schwerspat, Flußspat und Bleiglanz, vorwiegend auf den Spatgängen des Zentralreviers und in Halsbrücke
  • "Edle Braunspat-Formation" (eb) mit Braunspat, Kalkspat und Silberkomplexerzen, vorwiegend im Südfeld
  • "Eisen-Barytische Formation" (eba) mit Quarz, Hornstein, Achat, Schwerspat, Braunstein und Brauneisenstein (in den Randgebieten, z.B. in Halsbach)

Man erkannte bald, daß diese vier Typen ähnlich auch in anderen Revieren auftreten, aber keineswegs ausreichen. So wurde die in Freiberg nur selten auftretende Wismut- Kobalt- Nickel- Paragenese ("BiCoNi") hier als "Edle Geschicke" bezeichnet, ist jedoch im Westerzgebirge weit verbreitet. Andere Lagerstättentypen, wie die Zinn- und Wolfram- Lagerstätten wurden durch diese Formationen noch gar nicht erfaßt, so daß sich die paragenetischen Kenntnisse ständig weiterentwickeln und die "Formationen" heute eher von historischem Interesse sind. 

Gangkreuz Schnittlinie zweier Erzgänge mit unterschiedlicher Streichrichtung oder unterschiedlichem Einfallen (siehe dort), an Gangkreuzen fanden sich oft besonders reiche Erzvorkommen, siehe auch "Scharung".

Schema zur Erläuterung eines "Gangkreuzes"
 

Gebirge Als "Gebirge" wurde ursprünglich das Gebiet (man beachte alte Flurnamen, wie der Ortsteil "Gebirge" von Marienberg, aber auch das "Erzgebirge" selbst) und auch das Gestein bezeichnet, das Erzgänge enthielt. Heute bezeichnet es zumeist das Umgebungsgestein.
gebrochen,
gebrochener Schacht
Von einem "gebrochenen" Schacht spricht man, wenn dieser nicht durchgängig gebaut ist, sondern u.U. mehrfach absetzig angelegt wurde. Die Ursache für eine solche Anlageweise von Schächten ist in der geringen möglichen Förderhöhe einer handbetriebenen Haspel von maximal 40 m zu sehen. Daher mußten zur Überwindung größerer Teufen mehrere Haspelorte übereinander angelegt werden. Siehe auch "Schacht" und "Hornstatt".

Schema zur Erläuterung eines "gebrochenen" Schachtes

gediegen rein, eine Reihe von Edelmetallen kommt "gediegen", als Metall und nicht nur in chemisch gebundener Form als Erze vor, z.B. "gediegenes Wismut"  und  "gediegenes Silber":

gediegenes Silber aus Freiberg, Größe der "Silberlocken" cirka 3 mm, Sammlung Boeck
 

Gedinge abgeleitet von "sich zu etwas verdingen": eine Art Stücklohn für Häuer, dabei wurde eine Lohnsumme pro erreichter Auffahrungslänge fest vereinbart und jede Woche, die der Häuer am Gedinge arbeitete, wurde sein Lohn von diesem "Gedingegeld" ausgezahlt. War der Bergmann schneller fertig, war die Restsumme sein Gewinn. (siehe auch "Jahrestafel" und "Quartalswinkel")
Gegenbuch Das Gegenbuch (oft auch "Rezeßbuch") diente der Aufzeichnung des Ausbringens und der Verteilung der Ausbeute bzw. der Zubuße der einzelnen Gruben und war ähnlich wie das "Bergbuch" (s.d.) eine wichtige Arbeitsgrundlage der Bergämter. Im Gegenbuch wurden alle Gewerken (s.d.) der Grubenbetriebe - die Inhaber der Kuxe - dokumentiert. Der "Gegenschreiber" war in erster Linie natürlich für die Richtigkeit der Steuerabführung an den Landesherrn verantwortlich. Dieser Bergbeamte bezeugte quasi als Amtsperson aber auch die Richtigkeit der Quartalsabrechnungen der Grubenbetriebe. 
Gegenschreiber siehe Gegenbuch. 
Gegenortbetrieb ein Vortriebsverfahren, um die Auffahrung langer Strecken oder Stollen zu beschleunigen: aufgrund des kleinen (sparsamen) Querschnitts von Verbindungsstrecken oder Wasserlösestolln, die nicht selbst Erz förderten, konnten vor Ort bestenfalls zwei Hauer gleichzeitig arbeiten, daher begann man die Auffahrung gleichzeitig von mehreren Stellen ("Lichtlöchern") ausgehend und versuchte, den "entgegenkommenden" Ort zu treffen. Der Rothschönberger Stolln nördlich von Freiberg wurde zum Beispiel vom Mundloch, von acht weiteren Lichtlöchern und der Grube "Beihilfe" ausgehend aufgefahren; der Markus-Semmer-Stolln in Schlema besaß sogar 16 Lichtlöcher allein im Unteren Revier. 

Schema zur Erläuterung des Vortriebs einer Strecke im Gegenortverfahren
 

Gegentrum, das G. Bezeichnung für die Fortsetzung eines Erzganges (siehe dort) am Gegenhang eines Taleinschnittes

Schema zur Erläuterung des Begriffs "Gegentrum"
  

Geleucht, das G. (Nicht ausschließlich, aber vor allem) die persönlich vor Ort untertage mitgeführten Leuchtmittel. Licht ist im Dunkeln natürlich von besonderer Bedeutung und so hat auch das Geleucht eine lange Geschichte hinter sich: 
Die ältesten Lichtspender waren Fackeln oder einfache Kienspäne, später kamen insbesondere verschiedene Typen von Öl- oder Talglampen auf (z.B. die "Froschlampe", s.d.). Darin wurden billige Abfallprodukte (z.B. minderwertiger Rindertalg, das sogenannte "Unschlitt") verbrannt. 
Gegen die Gefahr des Erlöschens bei kräftigem Wetterzug besser geschützt war die "Blende" (s.d.), die besonders im Freiberger Typ (mit einem "Kuckuck" - einer kleinen Öllampe darin) weit verbreitet war und heute bei jeder Bergparade zu sehen ist. 
Mit der Industrialisierung kamen schließlich moderne Typen auf, wie Karbid-Lampen und elektrische Akku-Lampen. Karbid-Lampen werden z.T. heute noch als Wetterlampen zur schnellen Prüfung auf das Vorhandensein von Methan oder Kohlenmonoxid genutzt: Schon bei minimalen Konzentrationen der gefährlichen Gase verfärbt sich die Flamme. 
Heute sind üblicherweise elektrische Lampen im Gebrauch. Nicht nur, aber ganz besonders im Kohlenbergbau müssen sie gegen Funkenschlag gesichert sein, um Gasexplosionen zu verhindern (ATEX-Zulassung). Auch untertage erspart heute die LED-Technik das Mitschleppen schwerer Akkus - auch wenn das weiße, Laser- artige Licht noch ziemlich gewöhnungsbedürftig ist.  
Gequäl, Gequäle In den Stoß einer Strecke oder in den liegenden Schachtstoß eingeschlägelte Rinne, über die Tropfwasser gesammelt und abgeleitet wird. Da die schmalen Kanten beim Ausschlagen der Rinne öfter mal abbrachen, mußte der Hauer bei solchem Pech die ganze Arbeit von vorn beginnen - daher der Name: Es wurde oft zur Quälerei... 


 

Gestein Gewöhnlich Gemische aus verschiedenen, häufigen Mineralen (siehe dort), aus denen die Erdkruste aufgebaut ist. Seltener sind sie aus nur einem oder nur wenigen Mineralen zusammengesetzt (Marmor, Steinsalz). Gesteine werden im Wesentlichen nach ihrer Entstehung unterteilt in:
  • Magmatische Gesteine sind durch Auskristallisation von Schmelzen entstanden. Chemisch werden sie in "Basische" (Kieselsäurearme Gesteine, wie Gabbro, Basalt), "intermediäre" (Andesit, Dazit) und "saure" (Kieselsäurereiche Gesteine, wie Granit, Porphyr, enthalten Quarz) unterteilt. Genetisch unterscheidet man:
  • Plutonite (z.B. Granit, Diorit, Syenit, Gabbro, Karbonatit), die sehr langsam in großer Tiefe abgekühlt sind und
  • Vulkanite (z.B. Porphyr, Basalt, Phonolith, Tuff, Obsidian), die bei Eruptionen an die Erdoberfläche gelangen und dort vglw. schnell - oft mehr oder weniger "glasartig" erstarren.
  • Ganggesteine (z.B. Dolerit, Aplit, Pegmatit) stellen Übergänge zwischen den beiden Haupttypen dar und kommen z.B. in Vulkanschloten vor. 
  • Metamorphe Gesteine sind Umwandlungsgesteine und meist durch Absinken von Schollen in größere Tiefe und dort bei hohem Druck und hoher Temperatur entstanden. Je nach Art der Veränderung kann man verschiedene Gesteinsgruppen unterscheiden:
  • Regionalmetamorphe Gesteine (z.B. Phyllit, Glimmerschiefer, Gneis, Granulit) werden in erster Linie bei tektonischen Bewegungen unter hohem Druck gebildet und zeichnen sich meist durch eine ausgeprägte Schieferung aus,
  • Kontaktmetamorphe Gesteine (z.B. Hornfelse, manche Marmor- Vorkommen) sind in erster Linie durch Temperatureinwirkung - beispielsweise in der Kontaktzone der Granite - entstanden. 
  • Metasomatische Gesteine (z.B. Skarne, Greisen) sind durch chemische Umsetzungen bei Kontakt mit aggresiven Fluiden entstanden. 
  • Sedimentäre Gesteine sind Verwitterungsbildungen. Dabei unterscheidet man in erster Linie:
  • "Locker-" Sedimente (z.B. Sand, Ton, Mergel, Torf), welche unverfestigt an der Oberfläche vorkommen und
  • "Sedimentgesteine" i.e.S. (z.B. Sandstein, Kalkstein, Schiefertone, aber auch Steinkohle oder Steinsalz), welche durch Überlagerungsdruck oder durch chemische Prozesse bereits eine "gesteinstypische" Festigkeit erreicht haben. 

Erzgänge können durch postmagmatische (hydrothermale, pneumatolytische) Prozesse, aber auch durch Metamorphose (Metasomatose, Sammelkristallisation) entstanden sein. 

Getriebe, Getriebezimmerung Eine besondere Form des Sicherungsausbaus beim Unterfahren verbrochener Bereiche oder Schächte (s. a. "Alter Mann") oder in brüchigem Gebirge. Über der Kappe des jeweils vordersten Türstockes und unter der Kappe des davor stehenden Türstockes werden "Pfänder" (daher auch als "Vorpfändung" bezeichnet) aufgelegt und unter das nachbrechende Hangende vorgetrieben, so daß der Mann darunter gegen Steinfall gesichert ist. Erst danach können die losen Verbruchmassen darunter abgefördert werden. Ist das Ende der Pfänder erreicht, wird die Konstruktion wiederholt, bis der brüchige Abschnitt unterfahren ist. 
Früher erfolgte der gesamte Sicherungsausbau mit Holz (daher G.-"Zimmerung") - heute gewöhnlich mit Stahlträgern und Pfändeisen oder Pfändblechen. Ist nur die Firste gebräch, wird nur Firstgetriebe eingesetzt, müssen z.B. Haldenmassen durchörtert werden, ist auch Stoßgetriebe (an allen Seiten) erforderlich. Beim Absenken von Schächten durch lockeres Gestein wird eine analoge Vorgehensweise als Vertikalgetriebe bezeichnet. 


 

Gewerke, der,  Gewerkschaft Im Gegensatz zur heutigen Bedeutung des Begriffs "Gewerkschaft" war dies vormals die "Eigentümerversammlung" eines Bergwerksbetriebes. Die "Gewerken" waren also die Anteilsinhaber (Besitzer der Kuxe, s.d.). Gewissermaßen die "Arbeitnehmervertretung" stellte im Gegensatz dazu die "Knappschaft" (s.d.) dar, welche es als Sozial- und Rentenversicherung für bergbauspezifische Berufe bis heute gibt (Bundesknappschaft). 
Gezähe Oberbegriff für die Arbeitsmittel. Dazu gehören natürlich Schlägel und Eisen, aber auch Keilhaue, Kaukamm, Kratze oder "Weiberarsch". Letzteres bezeichnet eine breite, flache Schaufel. Auch die heute gewöhnlich mit Druckluft oder Elektroenergie betriebenen Handwerkzeuge werden noch als Gezähe bezeichnet. 
Gezeugstrecke eine tiefe Abbausohle, die durch technische Hilfsmittel - die "Kunstgezeuge" - grundwasserfrei gehalten werden muß
Glimmerschiefer ein metamorphes (Umwandlungs-) Gestein, das durch mäßigen Druck und noch nicht sehr hohe Temperatur aus Tonschiefer (siehe dort) hervorgeht, enthält hauptsächlich verschiedene Glimmer (vor allem Muskovit und Serizit), auch noch einige Tonminerale und je nach dem Sandgehalt der Ausgangsgesteine auch Quarz, jedoch noch keine Feldspäte. Die "Schiefer" sind durch ihre plattige, gut spaltbare Struktur ausgezeichnet (man denke an den "Dachschiefer").
Gneis ein metamorphes (Umwandlungs-) Gestein, das durch hohen Druck und hohe Temperatur aus Glimmerschiefer (siehe dort) hervorgeht, besteht überwiegend aus Plagioklas (Feldspat), Quarz und Biotit (Glimmer), häufigste Gesteinsart im Erzgebirge, der Name soll auf "Gneus" zurückgehen, das "Nest", in dem die Erzgänge aufsitzen.
Granit ein magmatisches (Erstarrungs-) Gestein, das durch langsames  Erkalten saurer (Quarz- reicher) Magmen in großen Tiefen entsteht, besteht überwiegend aus Orthoklas (Kalium- Feldspat), Quarz und Biotit, der Name leitet sich vom "granum", lat. Korn, aufgrund der deutlich sichtbaren, verschiedenfarbigen Minerale ab.
Granulit ein metamorphes (Umwandlungs-) Gestein, das durch hohen Druck und hohe Temperatur aus Sedimentgesteinen in großer Tiefe entsteht, besteht hauptsächlich aus Orthoklas (Kalifeldspat) und Quarz, mitunter auch mit einem höherem Anteil an Pyroxen, meist sehr hart und splittrig, heller und feinkörniger als Granit und Gneis, der Name daher von "granulum", lat. Körnchen. 
Greisen ein metamorphes (Umwandlungs-) Gestein, das durch heiße, wäßrige Lösungen ("metasomatisch") entsteht. Meist werden durch nachdrängende granitische Magmen Granite und Diorite in Greisen umgewandelt. Der Greisen besitzt eine veränderte mineralische Zusammensetzung gegenüber dem Ausgangsgestein, hauptsächlich wird Feldspat durch Topas ersetzt. Daneben treten Turmalin, Zinnstein, Wolframit, Molybdänit und Lithium- haltige Glimmer (Zinnwaldit) auf. 

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