Hier ist der Ausgang:  

Bergbauhistorischer Lehrpfad

Hier geht es wieder zurück !

Bisher wurden schon zahlreiche Bergwerke am Talhang der Mulde wieder entdeckt und zwei davon für Besucher zugänglich gemacht. Der 2003 neugestaltete bergbauhistorische Lehrpfad verbindet jetzt auch wieder einige wichtige Sehenswürdigkeiten und Zeugnisse des Bergbaus im Wolkenburger Revier. 
Auf einer etwa sechs Kilometer langen Wanderung entlang des Lehrpfades können Sie die Zeugnisse des historischen Bergbaus selbst entdecken. Sie können aber auch mit uns einen Termin für eine geführte Wanderung vereinbaren. 

Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier:      

 

 

Diese Seite unserer Homepage ist noch nicht endgültig fertiggestellt. Einige Stationen können Sie aber bereits jetzt im Internet interaktiv besuchen. Klicken Sie auf der Karte oben die weißen Stationen an, oder lesen Sie einfach hier weiter: 

Wenn Sie sich die Karte oben für Ihre eigene Wanderung als Wegweiser ausdrucken möchten,
haben wir hier ein Exemplar mit besserer Bildauflösung für Sie hinterlegt:
   

 

Station 1: Klippe mit Schlägelspuren Gleich hinter dem Bergamtshaus an der Gabelung der Straße Zur Papierfabrik liegt die erste Station. Als vor etwa hundert Jahren diese Straße gebaut wurde, hat man einfach an der mürbesten Stelle eine Bresche in die Felsklippe geschlagen. Die aber lag dort, wo schon die Altvorderen im 14. und 16.Jahrhundert Schächte angelegt hatten: Die glatt behauenen Felswände und die Schlägelspuren im Gestein zeugen davon. 
Von hier aus folgen wir der Straße südwärts entlang des Herrnsdorfer Bachs. Hinter dem Gasthof "Zum Silberbergwerk" geht es noch etwa 300 m entlang der Straße nach Mühlwiese weiter. Dort, wo die ehemalige Pappenfabrik sichtbar wird, liegt am rechten Talhang neben der Straße das Mundloch eines unbenannten Stollns, der vermutlich etwa 350 m weit in westlicher Richtung bis unter den Ullersberg vorgetrieben wurde. Nach den überlieferten Beschreibungen müssen noch drei bis vier weitere Stollen auf der Südostseite des Ullersberges ansetzen. 
Die frühere Pappenfabrik nutzte einst den Mühlgraben zum Antrieb der Maschinen weiter, der um 1519 für die Einrichtung einer Pochwäsche angelegt wurde. Urkundlich erwähnt ist diese Pochwäsche erstmals im Jahr 1551. 
Ungefähr 50 m die Straße zurück führt ein Steg über den Herrnsdorfer Bach, der hier auch für andere Mühlen aufgestaut wurde. Oberhalb der Häuser führt ein bequemer Waldweg am gegenüberliegenden Talhang weiter in Richtung Mühlwiese. 
Station 3: Raithalden aus der Zeit der Goldseiffengewinnung Auf dem Weg fallen zahllose Gräben und Hügel im Waldboden auf: Es sind sogenannte "Raithalden", die von der Seiffengold- Gewinnung an dieser Stelle zeugen. Aus der Zeit zwischen 1566 und 1580 sind uns die Namen der Goldwäscher überliefert. 
Versuche in jüngster Zeit belegen, daß tatsächlich noch winzige Mengen Gold im Sediment der Bäche enthalten sind. 
Der Weg folgt nun weiter dem Tal aufwärts bis Mühlwiese. Weiter südlich sind uns weitere verfallene Stollenmundlöcher bekannt. Es geht aber jetzt zurück über die Brücke über den Bach und etwa 100 m in Richtung Uhlsdorf. Ein Wirtschaftsweg führt dort rechts zu einigen größeren Stallungen. Man hält sich links und erreicht hinter den Ställen einen Feldweg, der hinauf zum Ullersberg führt. 

 

Nachschlagen im Wörterbuch ?!

zurück zum Ausgang

Rückblick nach Wolkenburg Auf dem Anstieg und oben auf der Höhe kann man bei klarem Wetter einen famosen Rundblick genießen: Im Süden erblickt man Langenberger Höhe (bei Hohenstein-Ernstthal) und Todtenstein (bei Grüna). Im Osten reicht der Blick bis zum Rochlitzer Berg mit seinen berühmten Porphyr- Tuff- Steinbrüchen. Dieses hellrote und weiche Gestein wurde hier in der Region überall zum Bauen verwendet und findet sich auch an der Wolkenburg wieder. 
Station 4: Das Pingengelände der ehemaligen Bergstadt Ullrichsberg Oben auf der Höhe folgt man dem "Querweg" zunächst nach rechts in Richtung Wolkenburg. Schon von weitem fällt das Wäldchen auf der Höhe ins Auge. Es markiert die letzten erhaltenen Reste der einstigen Bergstadt Ullrichsberg, die nach bodenarchäologischen Untersuchungen in ihrer Größe und Bedeutung den gleich alten Städten Bleiberg bei Frankenberg und Fürstenberg beim heutigen Schneeberg durchaus vergleichbar war. Wie diese Städte auch, wurde auch Ullrichsberg im Zuge der deutschen Besiedlung im 12. oder 13.Jahrhundert gegründet (vermutlich um 1280) und seine Blütezeit endete ebenfalls schon im 14.Jahrhundert. Wie in Bleiberg und in Fürstenberg war es die einseitig auf den Bergbau orientierte Wirtschaftsgrundlage der Stadt, die dafür sorgte, daß die Bewohner nach dem Niedergang des Bergbaus die Stadt verließen.  

 

 

 

 

 

 

 

Nachschlagen im Wörterbuch ?!

zurück zum Ausgang

Pingen aus dem 14. und 16. Jahrhundert auf dem Ullersberg Nur noch innerhalb des Wäldchens sind mit bloßem Auge die Spuren dieser einst bedeutenden Stadt erkennbar: Pingen und Haldenreste zeugen von den Schächten, die bereits im 14.Jahrhundert von einem Tiefen Erbstolln entwässert wurden und eine Tiefe von mindestens 70 m unter der Höhe des Ullersberges erreicht hatten. 

 

Die archäologischen Untersuchungen zwischen 1970 und 1989 zeigten auch, daß die Bewohner ihre Hütten oft direkt neben den Schächten errichtet hatten. Im Zentrum der Stadt erhob sich eine Turmhügelburg - eine sogenannte "Motte" - die dem militärischen Schutz, aber auch der Lagerung der gewonnenen Metalle diente.  

Reste eines Wallgrabens aus dem 14. Jhdt. Ein halbkreisförmiger Rest des Wallgrabens rund um die Turmhügelburg ist im Osten des Wäldchens noch erkennbar. Die wenigen erhaltenen Reste dieser Wüstung bedürfen heute unseres Schutzes.

Wenn Sie einmal schauen möchten, wie diese Bergmannssiedlung ausgesehen haben könnte, dann besuchen Sie doch einmal unsere Nachbarn im Zschopautal:  

 

Von hier aus kann man dem Querweg in östlicher Richtung zurück bis zum Gasthof "Zum Silberbergwerk" folgen. Wer entlang des Lehrpfades weitergehen möchte, muß dagegen in westlicher Richtung dem Querweg weiter bergauf folgen. 
Etwa 500 m weiter führt rechts ein Feldweg hinunter ins Tal des Haublerbaches. 
Achtung
: Für die folgende Strecke auf z.T. unbefestigten Wegen ist festes Schuhwerk erforderlich ! 

 

 

Nachschlagen im Wörterbuch ?!

zurück zum Ausgang

Oberhalb des Waldrandes weist die Tafel 5  auf die hier westlich im Wald liegenden Haldenreste hin. Vermutlich bauten hier mehrere obere Maße auf dem Erzgang Victor- oder "Segen-Gottes-" Stehender ab. 
Gleich an der gegenüberliegenden Talschulter erblickt man Tafel 6,  die den Standort des einstigen Tagesschachtes der Vogelsang- Fundgrube auf demselben Erzgang markiert. Talabwärts findet man am rechten Hang Tafel 7. Eine kleine Halde und eine Pinge zeugen hier davon, wo einst der Vogelsang-Erbstolln ansetzte. Er entwässerte bis zum Neubau des Segen-Gottes- Erbstollns (von 1739 bis 1749) die Gruben auf diesem Erzgang. Noch etwas talabwärts erreicht man schließlich auch den Segen-Gottes-Erbstolln selbst, mit dessen Bau man im 18.Jahrhundert versuchte, den Erzgang noch einmal in größerer Tiefe aufzuschließen. Leider erfolglos: Nachdem man ihn über 300 m weit bis an den Erzgang heran vorgetrieben hatte, wurde er bereits 1751 wieder aufgegeben ! 
Von hier aus erreicht man nach etwa 100 m den wieder gut begehbaren Muldental- Radwanderweg. Diesem folgt man nun wieder flußab in nordöstlicher Richtung.
  
Station 8: Große Pinge auf Pfeffers Fundgrube Einige 100 Meter weiter flußabwärts quert der Weg ein weiteres kleines Seitental der Mulde. Auch hier stammt ein großer Teil des Wassers aus alten Bergwerksstolln. Gleich oberhalb des Tälchens findet sich direkt am Waldrand Station 8, mit der auf eine große Pinge auf einem der Schächte  entlang von Pfeffers Erbstolln hingewiesen wird. Mindestens zehn weitere Schächte reihten sich entlang des über 600 m langen Stollns bergwärts aneinander !  

 

 

 

 

Nachschlagen im Wörterbuch ?!

zurück zum Ausgang

 

Unmittelbar vor dem Taleinschnitt führt vor der Brücke ein unscheinbarer Waldweg nach Süden am Tal entlang bergauf. Diese Strecke ist ein "Abstecher" - Sie können auch gleich dem Muldentalweg weiter folgen.  
Achtung
: Auch für diesen Abstecher auf z.T. unbefestigten Wegen ist festes Schuhwerk erforderlich ! 
Blick von Station 9 zurück zum UllersbergWer die Ausdauer mitbringt und den Abstecher macht, der findet am oberen Waldrand rechts Tafel 9. Sie weist auf einen der zahlreichen "oberen" Stolln hin, die hier parallel zum Tiefen Erbstolln sowohl in südwestlicher Richtung zum Victor- Stehenden, als auch in südöstlicher Richtung zum Ullersberg hin vorgetrieben wurden. Vermutlich führten einst bis zu fünf flacher liegende - aber dadurch auch kürzere - Stolln einst hier "übereinander" in den Berg. Blickt man von hier aus in umgekehrter Richtung hinauf zum Ullersberg, dann erkennt man auf dem Feld noch eine übrig gebliebene Halde eines Schachtes auf dem Tiefen Ullrichsberger Erbstolln. 

 

 

 

 

 

Nachschlagen im Wörterbuch ?!

zurück zum Ausgang

 

Station 10 und 11: Mundlöcher von Pfeffers Erbst. und vom Tiefen Ullrichsberger Erbst. Unmittelbar an der kleinen Brücke weisen die Tafeln 10 und 11 auf die Lage der alten tiefen Erbstolln hin: Links vom Weg etwas unterhalb der Brücke setzte einst Pfeffers Erbstolln an; rechts vom Weg am Gegenhang setzte der Tiefe Ullrichsberger Erbstolln an. Man vermutet, daß dieser mit seinen Flügelörtern unter der einstigen Bergstadt eine Gesamtlänge von 1,5 km erreicht.   

 

 

 

 

 

 

Klippe aus Gneisglimmerschiefer Eine bequeme Wanderung im Schatten des Hangwaldes führt von hier aus entlang des Muldentalweges zurück zum Ausgangspunkt. Entlang des Weges, der aus dem Tälchen heraus zunächst etwas ansteigt, achte man aber auch auf die kleinen Felsklippen am Rand: 

Zunächst trifft man auf dünnplattige Schiefer, die entgegen der Wanderrichtung geneigt sind und eine wellige Kleinfältelung aufweisen. Es handelt sich um Glimmerschiefer aus dem varistischen "Dach" des Granulitgebirges. Ähnliche Schiefer bilden noch heute den Rand - den "Schiefermantel" des Gebirges. 

Sie sind relativ weich. Durch dieses gut spaltbare Gestein hindurch kamen die Bergleute früherer Tage auch mit Schlägel und Eisen gut voran. Ganz anders war das, wenn die Schächte und Stolln auf dieses Gestein stießen: 

Felsklippe aus Granulit Dort, wo der Muldentalweg seinen höchsten Punkt erreicht, findet sich diese Klippe rechts vom Weg. Dieses feinkörnige, bankige oder dickplattige Gestein ist der für das Gebirge namensgebende Granulit. Ein zähes und hartes Gestein, daß bei Limbach-Oberfrohna noch heute abgebaut wird. 
Man erkennt in diesem Aufschluß gut, wie das Gesteinspaket in sich verbogen und aufgefaltet wurde. Wie wir aus den jüngsten Forschungsergebnissen der Geologen erfahren haben, ist dieses Gestein erheblich älter als das Varistische Gebirge und wohl schon oberproterozoischen Alters - also bis zu einer Milliarde Jahre alt !  

Wenn Sie noch nicht über die Geologie der Region nachgelesen haben, 
dann können Sie dies hier nachholen:  
 

Etwa ein Kilometer ist es jetzt noch bis zur St.Anna- Fundgrube, dem heutigen Besucherbergwerk unserer AG. Am Weg liegen noch die Stationen 12 und 13, die auf Mundlöcher und Pingen entlang von St.Thomas- und St.Georgen- Erbstolln hinweisen.

Wir empfehlen, diese Wanderung im Frühjahr oder Herbst zu machen, wenn die Pingen und Halden nicht von Kraut und Unterholz im Wald überwuchert und kaum zu erkennen sind. Am besten wenden Sie sich aber an uns und vereinbaren einen Termin für eine Führung, die wir an Ihre individuellen Möglichkeiten anpassen können. Das geht am schnellsten per e-mail unter:

verein@wolkenburger-bergbaurevier.de    

 

 

 

 

Nachschlagen im Wörterbuch ?!

zurück zum Ausgang